1. BENDYWOOD® HOLZARTEN UND MASSE

Das Produktionsverfahren besteht im Dämpfen und anschließendem Stauchen und Stabilisieren von noch waldfrischen und absolut fehlerfreien Massivholzkanteln im Querschnitt von 120x120 mm, 100x120 mm sowie 60x120 mm.

Die maximalen Längen, die produziert werden, sind:

  • 1650 mm in Ahorn, Esche, Ulme, Eiche, Kirsche und Nuss;
  • 2200 mm in Buche.

Die längeren Teile werden verzinkt, entweder stumpf oder an Schrägschnitten, wie z.B. die Handläufe.           

Rohe KantelnHergestellt werden also KANTELN:    

Die Kanteln mit dem Querschnitt von 120x120 mm nennen wir BKG, die mit dem Maß von 100x120 mm BK und die mit dem Maß 60x120 mm BKH. Das sind Rohmasse, die nach der Trocknung um c.ca 5 mm schwinden. Diese Kanteln werden im Rohzustand ausgeliefert. Die Oberfläche dieser Kanteln kann wegen der Stauchung kleine Wellen aufweisen. Der nutzbare Querschnitt nach 4-seitigem Abrichten dieser Kanteln beträgt c.ca 100x100 mm, 80x100 mm und 50x100 mm.

Alle Bendywood® Produkte des Sortiments werden aus solchen Kanteln gewonnen.

Bendywood® gibt es in Stärken von 2 mm+, in Breiten bis 300 mm und Standard-Längen bis 6,6 m (Sonderanfertigungen bis 13 m). Siehe dazu unsere Internetseiten unter "Sortiment" oder die Preisliste, die Sie auf Anfrage zugemailt bekommen.

BENDYWOOD® NICHT IM AUSSENBEREICH VERWENDEN. 
BENDYWOOD® IST NICHT WETTERFEST.



2. WIE BENDYWOOD® BEARBEITEN

Bendywood® kann mit denselben Werkzeugen und Maschinen bearbeitet werden, die auch für die Bearbeitung von normalem Holz benutzt werden. Da es aber gestaucht wurde, ist es kompakter und deswegen raten wir, folgende Punkte zu beachten:
  • Sägen und schleifen können Sie das Bendywood® wie normales Holz.
  • Das Hobeln und Fräsen soll nicht gegen die Holzfaserrichtung erfolgen: probieren Sie auf der Abricht-Hobelmaschine aus, in welche Richtung sich das Holz sauber bearbeiten lässt.
  • Die Drehzahl der Fräse sollte c.ca 20% höher gehalten werden als bei der Verarbeitung von normalem Hartholz. HSS-Fräser sind optimal. 
  • Profile wie z.B. Anleimer fräsen Sie am besten an der Kante einer Rechteckleiste und anschließend schneiden Sie das Profil an der Kreissäge ab.
  • Bezüglich der Holzfeuchte gelten folgende Regeln:
    • Das Bendywood beim Hobeln und Fräsen in möglichst trockenem Zustand bearbeiten und dann biegen.
    • Nur beim Biegen enger Radien die Feuchtigkeit anschließend auf c.ca 12% erhöhen. Siehe weiter unter 3. Wie Bendywood® biegen und eventuell befeuchten wie es gemacht wird.
    • Nach dem Biegen wieder auf c.ca 8% trocknen und erst dann weiterverarbeiten.
  • Vermeiden Sie auch, das Bendywood® auf Fixlängen zu schneiden und anschließend zu lagern, denn bei abnehmender Holzfeuchtigkeit wird es in der Länge schrumpfen.
  • Angesichts der Tatsache, dass Bendywood® nicht längenstabil ist, vergewissern Sie sich bitte, dass das Bendywood® gut trocken ist (7-8%), bevor es endgültig befestigt bzw. verleimt wird.
  • Bendywood® nimmt beim Nachtrocknen keinen Schaden, da es bereits künstlich getrocknet wurde.



3. WIE BENDYWOOD® BIEGEN UND EVENTUELL BEFEUCHTEN

Bendywood lippingBiegen Sie das Bendywood® immer an einer Schablone. Benutzen Sie dazu Zwingen, Pressen, Spanngurte, usw. und warten Sie dann bis sich die Form stabilisiert hat, am besten durch Trocknen auf 8% Endfeuchte. Abbildungen von Schablonen finden Sie auf unseren Internetseiten unter "Biegeschablonen".

Beim Lösen von der Schablone wird sich die Biegung leicht öffnen. Bei Teilen die anschließend an einer festen Unterlage befestigt werden, ist das kein Problem, wohl aber bei Teilen, die frei stehend die Biegung halten sollen. Bei diesen Teilen muss also  "überbogen" werden, d.h. die Biegeradien müssen entsprechend kleiner gehalten werden. Siehe auch auf unseren Internetseiten unter "Rückbiegung nach Lösen aus der Schablone".

Nicht verzinktes Bendywood® kann bei einer Holzfeuchte von c.ca 12% bis zu einem Radius von 1 : 10 gebogen werden: z.B. eine Leiste von 10 mm Stärke bis zu einem Radius von 100 mm.

Je trockener das Bendywood® ist, umso formstabiler ist es.

WICHTIG:
Befeuchten Sie trockenes Bendywood® nur, wenn eng gebogen werden muss.
Biegeradien bis zu einem Radius von 1 : 40 können auch bei 8% Holzfeuchte gebogen werden.

Falls die Feuchtigkeit erhöht werden muss, legen Sie das Bendywood® zwischen 2 befeuchtete Kartone. Legen Sie einige Querleisten darunter und darüber, so dass ein direkter Kontakt mit den Kartonen vermieden wird. Zum Schluss decken Sie das Ganze mit einer Plastikfolie ab und lassen es so für 1 bis 2 Tage und Nächte liegen: Sie erhöhen dadurch die Feuchtigkeit auf c.ca 12%, die ideale Feuchte zum Biegen.                                                                     

Mit dieser Methode ("Sandwich-Methode") nimmt das Biegeholz Feuchtigkeit auf ohne dabei nass zu werden.
Sandwich Methode Bendywood®

ACHTUNG:
das Bendywood® DARF NICHT INS WASSER GELEGT WERDEN ODER IN DIREKTEN KONTAKT MIT NASSEM MATERIAL KOMMEN.

Ein eventuelles Eindringen von Wasser lässt das Holz aufquellen und kann die Leimstellen bei verzinkten Teilen lösen.

 

4. IN SCHICHTEN BIEGEN MIT BENDYWOOD®

SCHICHTVERLEIMTE FORMTEILE aus Bendywood® können zum Unterschied von denen aus normalem Holz mit dickeren Lamellen hergestellt werden: das erhöht die Qualität und vereinfacht die Herstellung. Lamellen gibt es in Stärken ab 2 mm, Breiten bis 300 mm und Längen bis 220 cm.

Mittels Formverleimung mehrerer Schichten werden:

  • formstabile Biegeteile erzielt: der Leim ist es dann, der die gebogenen Formen stabilisiert. Leime mit langer offener Zeit verwenden!
  • saubere, kaum sichtbare Leimfugen erzielt, wenn die einzelnen Schichten nur bis zu einem Radius von 1 : 20 gebogen werden, d.h. wenn z.B. Stärken von
    3 mm nicht enger als bis zu einem Radius von c.ca 6 cm gebogen verleimt werden. Falls dann auch Lamellen aus ein und demselben Block verarbeitet werden, sind Biegeteile einheitlich in Farbe und Struktur möglich, identisch mit Massivholzteilen.
  • Verleimungen ohne Gegenschablonen möglich, da sich Bendywood® an einer einfachen Schablone mit Zwingen und Pressklötzen in Form bringen lässt. Ebenso genügt es, vor dem Biegen und Verleimen nur die Sichtflächen zu schleifen! Siehe Beispiele dazu auf den Internetseiten unter "Fotos von Anwendungen". 

Aber auch bei der Schicht-Formverleimung muss eine "Rückbiegung" berücksichtigt werden, da sich auch die schichtverleimten Teile bei Entnahme aus der Schablone leicht öffnen. Auch hier gilt folglich: überbiegen, damit die gewünschte Form stehen bleibt. So sollten z.B. 5 formverleimte Schichten mit 3 mm Stärke, gebogen auf einen 90° Winkel mit Radius 60 mm, an einer Schablone mit 88° gebogen werden, damit diese dann im Winkel von 90° stehen bleiben.

Auch Bendywood® Holzbrillen-Bügel sind schichtverleimt: Bügel aus normalem Holz lassen sich nicht biegen, d.h. individuell anpassen, sie brechen dabei. Bügel aus reinem Bendywood® hingegen halten nicht auf Dauer die gebogene Form. Durch Schichtverleimung werden sie stabiler und zwar so, dass sie nachgebogen werden können, dabei nicht brechen und anschließend die gebogene Form halten.

Ebenso kann es notwendig sein, Bendywood® Handläufe mittig zu teilen und am Geländer in 2 Teilen zu biegen und verleimen, wenn zu einem Radius gebogen werden muss, der mit dem vollen Profil nicht erreicht werden kann.



5. HANDLÄUFE GEBOGEN - Z.B. FÜR SPINDELTREPPEN MIT BENDYWOOD®

                        

Profile Rundhandläufe Bendywood® 3D

Profile eckige Handläufe Bendywood® 3DProfil omega Handlauf Bendywood® 3D

 

 

 

Die runden Handläufe (lagernd in D. 40, 42, 45, 48 und 60 mm und in Längen bis 6,6 m) sind in Kartonrohren verpackt und haben eine Holzfeuchte von c.ca 12%: das ist die ideale Feuchtigkeit zum Biegen. Entnehmen Sie die Handläufe erst dann aus der Verpackung, wenn Sie mit dem Biegen beginnen.

Die Handlauf-Rohlinge (50x50, 80x50, 100x50 und 65x65 mm) hingegen, sind normal verpackt und haben eine Holzfeuchte von c.ca 8%: das ist die ideale Feuchtigkeit, um diese Rohlinge zu fräsen.

Die Handlauf-Profile sind in der Länge verzinkt und können bei einer Holzfeuchte von 12% bis zu Biegeradien von c.ca 1 : 20 gebogen werden. Ein 42 mm Rundhandlauf, zum Beispiel, kann bis zu einem Radius von c.ca 840 mm gebogen werden.

Nur bei einer Holzfeuchte von c.ca 12% kann das Biegen bis zum Radius von 1 : 20 garantiert werden.
Siehe unter 3. Wie Bendywood® biegen und eventuell befeuchten
. Biegen gegen stehende Jahresringe


Falls Bendywood® grenzwertig gebogen wird, also bis zum Limit, ist neben der Holzfeuchte auch wichtig, dass gegen die stehenden Jahresringe des Holzes gebogen wird und nicht gegen die flachgestreifte Seite.

 

BIEGEN NUR VON HAND:

I. An einer flachen Schablone einen steigenden Handlauf biegen - Rundprofil:

II. An einer flachen Schablone einen steigenden Handlauf biegen - Rundprofil mit Abplattung:

NEU: solche Handläufe, montagefertig gebogen, sind jetzt auf Anfrage lieferbar:

  • Die Transportkosten sind wesentlich günstiger als die von langen geraden Profilen.
  • Es ist möglich, die steigende Biegung erst bei der Montage vorzunehmen.
  • Es ist auch möglich, normales Holz mit Biegeholz zu kombinieren, z.B. für gewendelte Treppen.
  • Auch Längen - als Sonderanfertigung - bis zu 13 m sind möglich.
  • Profile mit Nut sind ebenfalls möglich.

Im nachstehenden Video sehen Sie wie ein solcher Handlauf steigend montiert wird:

III. An einem Montagegestell - Rundprofil:

Falls Sie den Handlauf nicht direkt am Treppengeländer biegen, können Sie auch eine Schablone wie auf dem Video bauen. Halten Sie den Radius um c.ca 10% enger als den Fertigradius, da der gebogene Handlauf nach dem Lösen aus der Schablone immer etwas "aufgehen" wird. Sollte der Fertigradius größer als 2 m sein, kann noch enger gebogen werden. Lösen Sie den Handlauf erst nach einigen Tagen aus der Befestigung, am besten erst wenn die Holzfeuchtigkeit c.ca 8% beträgt und fahren Sie fort mit der Endbearbeitung und der endgültigen Befestigung des Handlaufes am Geländer (siehe dazu 6. Endmontage, verleimen und beizen).

 

BIEGEN MITTELS ROLLEN-BIEGEMASCHINEN:  

  • Ausschließlich schrägverzinkte Handläufe Skizze diagonalverzinkter Handlauf können mit der Rollen-Biegemaschine gebogen werden (bis zu einem Radius von 1 : 20), weil eine derartige Verzinkung maschinell stärker belastet werden kann. Ein Handlauf mit einem Durchmesser von 42 mm kann in diesem Fall bis zu einem Radius von 840 mm gebogen werden. Siehe dazu das nachstehende Video:        
  • Bei diesen Handläufen können Sie in 3 Schritten den Biegeradius enger stellen und den Handlauf bis zu 3-mal vor und zurück laufen lassen. Bedenken Sie, dass die Rollenbiegemaschine das Holz walzt und gewalztes Bendywood® schneller an die Grenze der Biegbarkeit kommt.

  • Die normalverzinkten Handläufe Skizze normalverzinkter Handlaufkönnen NICHT mit der Rollen-Biegemaschine gebogen werden.


WIE HANDLÄUFE, DIE NICHT RUND SIND, STEIGEND BIEGEN?

Handläufe drehen sich um die eigene Achse, wenn sie steigend gebogen werden: diese Torsion ist bei Rundhandläufen nicht sichtbar, da ein rundes Profil, das sich dreht, immer rund bleibt. Bei anderen Profilen oder bei Rundprofilen mit Nut muss diese Torsion ausgeglichen werden, damit diese Profile flach aufliegen.

Am besten wie folgt vorgehen: (in einem Arbeitsgang)

Den Handlauf zuerst flach biegen, dann am Geländer (am besten mit Flacheisen oder Ähnlichem) von oben beginnend darauf festklemmen. Das "Drehen" mittels einer Langarm-Zwinge vornehmen, die im Abstand von c.ca 1,5 m an den Handlauf geklemmt wird, um den nötigen Hebel dazu zu haben. Den Handlauf Stück für Stück drehen und festklemmen bis die gesamte Länge aufliegt. Den Handlauf einige Tage später – nach der Stabilisierung – abnehmen, schleifen, beizen und lackieren und möglichst bald montieren, damit er in der gebogenen Form verbleibt.

Falls starke Profile (z.B. Omega-Profile oder Rundprofile mit 60 mm Durchmesser) gebogen werden müssen, das Profil mittig teilen und die beiden Hälften in einem Arbeitsgang biegen, drehen, leimen und festklemmen. Dazu Leim mit langer offener Zeit verwenden! Siehe Beispiele dazu auf den Internetseiten:

 

FORMEL ZUR BERECHNUNG VON HANDLAUFLÄNGEN VON SPINDELTREPPEN:

Formel zur Berechnung von Handlauflängen von Spindeltreppen

Skizze Stufen Treppe  Skizze Spindeltreppe D

 

BEISPIEL:

Angenommen:

  • 18 Stufen
  • Stufenhöhe: 17 cm
  • Auftrittsbreite unter dem Innenhandlauf: 13 cm
  • Auftrittsbreite unter dem Außenhandlauf: 40 cm

Beispiel Formel zur Berechnung von Handlauflängen von Spindeltreppen



6.1. DIE ENDMONTAGE VON GEBOGENEN HANDLÄUFEN

Nach dem Biegen sollten die  Bendywood®-Profile zuerst nur provisorisch für mindestens 5 Tage an das Treppengeländer oder an die Schablone gebunden werden, und zwar so dass sie in der Länge schrumpfen können. Während dieser Periode ist es auch sehr wichtig, die Holzfeuchte des Bendywood® auf 7-8% zu reduzieren, denn das stabilisiert die Form: je geringer die Holzfeuchte, umso stabiler wird das Bendywood®. Erst danach den Handlauf abnehmen, schleifen, lackieren und endgültig befestigen.

Beginnen Sie bei der Endmontage mit einem fixen Befestigungspunkt auf halber Länge und bringen Sie an den anderen Punkten Langlochbohrungen an, damit der Handlauf noch weiter in der Länge schrumpfen kann: rechnen Sie damit, dass z.B. ein 6,6 m langer Handlauf innerhalb eines Jahres nach der Montage um bis zu
1 cm in der Länge weiter schrumpfen wird.

Vermeiden Sie Gehrungsverbindungen an den Enden der Handläufe: das Risiko, dass diese langfristig "aufgehen" ist groß.

Falls sich Gehrungsverbindungen nicht vermeiden lassen, sollten folgende Richtlinien genau befolgt werden:  

  • Bohren Sie ausreichend große und tiefe Löcher in die Verbindungsenden;
  • Füllen Sie diese Bohrlöcher an beiden Seiten mit einem Kunstharzleim für einen Gewindestab, der einen etwas kleineren Durchmesser als das Bohrloch hat;
  • Drücken Sie die beiden Handlaufenden mit Klemmen zusammen, bis der Leim getrocknet ist.

Sowohl die Verwendung eines Gewindestabs, als auch die Verwendung eines Kunstharzleims sind unabdingbar, um ein Aufgehen der Verbindungsstellen zu vermeiden.

    Skizze Gehrungsverbindung    Woodform 1

Nur in folgenden Fällen stellt sich dieses Problem nicht:

  • Falls der Handlauf auf einer durchgehenden Metallschiene in kurzen Abständen von c.ca 10 bis 20 cm von unten fix daran verschraubt werden kann;
  • Falls die Gehrungsverbindung unter Spannung steht: dies ist der Fall wenn gebogene Teile (die immer etwas aufgehen) Druck auf die Gehrungsverbindung ausüben.

                                                                       Jutlanprofil Tech



6.2. VERLEIMEN UND BEIZEN

Bendywood® kann wie normales Hartholz verleimt und gebeizt werden. Wir empfehlen synthetische Leime, Beizen und Lacke. Sollten Sie dennoch wasserhaltige Leime oder Beizen verwenden, achten Sie darauf, dass anschließend möglichst schnell gut getrocknet wird: das ist in den meisten Fällen möglich!

Achtung bei Verleimungen in der Länge, wie z.B. bei Anleimern an runden Tischplatten oder bei Handläufen:

  • Niemals stumpf verleimen!
  • Verleimen Sie mittels eines Schäft- bzw. Schrägschnittes.

Skizze Schrägschnitt HandlaufDie Länge des Schrägschnittes sollte 3 bis 4 Mal die Stärke der zu verleimenden Teile betragen